Ein Lebensturm fördert die Biodiversität, indem er von der Waldbiene bis zum Igel vielen Tieren einen Rückzugsort bietet. Von «verdichtetem Wohnraum für verschiedene Arten auf mehreren Etagen» ist auf der Website lebensturm.ch die Rede. Verdichtung auch hier also, aber positiv besetzt.
Und allein schon die Vielfalt von Material, die darin verbaut ist, lädt zum Beobachten ein – ganz abgesehen von den Tieren, die ihn bevölkern.
Nun hat auch die Winkelhalden ihren Lebensturm. Und ist damit nicht allein, wie die interaktive Karte auf lebensturm.ch zeigt: In der Schweiz gibt es wohl an die 100 Lebenstürme. Initiiert hat den Winki-Turm die Gartengruppe, realisiert wurde er nach dem grünen Licht der Bewohner:innenversammlung in mehreren Etappen und unter tatkräftiger Mitwirkung der Schreinergruppe. Diese sorgte als erstes für das Grobmaterial, etwa die Stämme, die den Turm einfassen.
Danach sammelten rund 10 Bewohner:innen geeignetes Material in der Umgebung von Oberrieden. Denn zur Ausstattung eines Lebensturms braucht es unbehandelte und getrocknete Naturmaterialien. So z. B. Holz in allen möglichen Formen – von Altholz, Schwemmholz über Hobelspäne, Baumrinden bis zu Holzwolle oder Ästen. Hinzu kommen Schilf, Laub, trockenes Moos, Schafwolle, Steine, Lehm usw.
Als es dann ums Befüllen ging, war wieder eine ähnlich grosse, aber zum Teil anders zusammengesetzte Gruppe am Werk. Dokumentiert hat es Bewohner Rolf mit einem Zeitraffer-Video und Fotos.
«Obschon wir sehr viel Material gesammelt hatten, realisierten wir bald, dass es noch mehr verträgt», erzählt Anita, eine der Initiantinnen. Bereits im Vorfeld hatte sich die Gruppe überlegt, wie welche Kisten befüllt werden sollen. «Das Befüllen des Turms war für uns alle ein tolles Gemeinschaftserlebnis», sagt Anita weiter. «Zusammen so etwas zu realisieren, macht Freude.»
Ganz fertig ist der Turm noch nicht. Es hat noch Platz für einiges Material, das soll demnächst gesammelt werden – natürlich wieder ganz lokal und in der Gruppe.