Der 1. Poetry Slam Oberrieden ist Geschichte – und Oberrieden schreibt damit Geschichte. Sechs hochkarätige Slammerinnen und Slammer massen sich im Wettstreit um die Gunst des Publikums, das den EventRaum der Winkelhalden bis auf den letzten Platz füllte. Die Stimmung: toll. Die Moderatorin Gina Walter aus Basel, selbst eine legendäre Slammerin: souverän. Die Slam-Poet:innen: witzig und wortgewandt.
Das Line-Up: Fine Degen aus Basel und Zürich, Sven Hirsbrunner aus Basel, Jana Goller aus Köln, Jeremy Chavez aus Zürich, Aylin Celik aus Düsseldorf und Remo Zumstein aus Köniz. Jede und jeder von ihnen hatte zwei Auftritte, um die durchs Band selbstgeschriebenen Texte vorzutragen und das Publikum von sich zu überzeugen. Keine leichte Aufgabe, war der jüngste Gast doch erst 9, die (vielleicht) Älteste im Saal behauptete mit viel Schalk, schon 101 zu sein. Wie heisst es doch so schön auf Italienisch: Se non è vero, è ben trovato.
Wie immer beim Poetry Slam entschieden die Stärke des Applauses und generell die Lautstärke der Reaktion des Publikums über Sieg und Niederlage. Dabei zählte einzig das Ohr der Moderatorin, kein Sensor. Zum Glück nehmen Slammer:innen den Wettkampf nicht so ernst – mitmachen ist für sie wirklich wichtiger als gewinnen – denn der Lärmvorsprung war hauchdünn. Die von der Gemeinde Oberrieden gestiftete grosse Flasche Kirsch aus lokalen Kirschen ging zusammen mit Ruhm und Ehre an den Berner Remo Zumstein, seinerseits Schweizer Meister Einzel und im Team. Doch auch die anderen gingen nicht leer aus: Sie erhielten das gleiche Präsent in einer kleineren Ausführung, und die Gunst des Publikums hatten auch sie.
Der vom Kulturkreis Oberrieden (KKO) zusammen mit der Siedlung Winkelhalden organisierte erste Poetry Slam Oberrieden war somit ein voller Erfolg. Der zweite Streich ist schon angedacht – mit Unterstützung von Gemeindepräsident Reto Wildeisen, selbst vor Ort und begeistert, sollte einer Neuauflage im Frühling 2027 nichts im Wege stehen.