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Das Auguste System: Bitte wenden. Weitergeh`n!

Folgen Sie Auguste Bolte auf ihrer Jagd nach den vermeintlichen Sensationen des Lebens und erleben Sie währenddessen eine grossartige Persiflage auf jede Art von Systemdenken.

Kurt Schwitters’ Auguste-Text führt in der Aufführung von Volker Ranisch zu lustvollen Erkenntnissen über Sein und Schein im Informationszeitalter. Keimzelle ist ein Reim, den schon Wilhelm Busch nicht verschmähte: «Bolte-wollte», von Schwitters hintergründig ironisch erweitert um «Auguste-wusste». Sie dienen ihm als Mittel zum Zweck, die Verheissungen der modernen Welt auf den Prüfstand zu stellen. Entsprechend «kurzentschlossen» lässt Schwitters seine Protagonistin, Fräulein Auguste Bolte, handeln.

Fräulein Bolte macht Bumm. Die Inszenierung treibt die These vom aufgeklärten Menschen auf die Spitze, indem sie das scheinbar logische Auguste-System ins Leere laufen lässt. Dabei wird auf auf absurd-witzige Weise in dadaistischer Manier vorgeführt, wie systemkonformes Verhalten auf einem Truppenübungsplatz enden kann.

Kurt Schwitters gab seiner Kunst den programmatischen Titel «Merz». Das Wort ist aus einer bei der Collage eingetretenen Fragmentarisierung des Wortes «Com-merz» entstanden. Es signalisiert den Objet-trouvé-Charakter der «Merzkunst». Schwitters musste als «entarteter» Künstler das nationalsozialistische Deutschland verlassen. Seine Schriften kamen auf die Liste der zu verbrennenden sogenannten «undeutschen» Bücher, seine Kunst wurde aus den Museen entfernt. Er starb 1948 im englischen Exil.

Spiel: Volker Ranisch
Regie: André Steger

Beginn 20.00 Uhr
Kasse und Bar ab 19.30 Uhr

Eintritt 30.–
Bewohner:innen der Winkelhalden 25.–

Wer eine Kultur-Legi vorweist, erhält an der Abendkasse ein Ticket mit 50% Ermässigung (15.–).

 

Anreise bitte mit ÖV, wir sind in unmittelbarer Bahnhofsnähe, die Züge fahren im Viertelstundentakt, letzter Zug nach Zürich S24 0:17